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Vereinschronik

Am Nachmittag des 15. Dezember 1872 trafen sich im Saale des Gasthauses Obermeier in Obing mehrere Bewohner der Gemeinden Obing und Albertaich, um die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zu versuchen. Nachdem R.H. J., E. Mützl von Obing über die Nützlichkeit dieser Institution gesprochen hatte, gab auch noch der Gutsbesitzer Franz Pachmayer von Frabertsham den Anwesenden einen umfangreichen Bericht über eine eventuelle Gründung einer Freiw. Feuerwehr.

Nach einer kurzen Pause meldeten sich sogleich 36 Männer aus beiden Gemeinden und somit war der Grundstein der heutigen Freiw. Feuerwehr Obing gelegt. Bei der anschließenden Wahl der Vorstandschaft wurde folgenden Herren das Vertrauen ausgesprochen: 1. Vorstand: Gutsbesitzer Franz Pachmayer von Frabertsham; Hauptmann: sein Sohn, Karl Pachmayer; Schriftführer und Kassier: Franz Oberhauser, Lehrer von Obing; Zeugwart: Philipp Manzinger, Schmiedmeister von Obing. Die übrigen 32 Gründungsmitglieder wurden in drei Gattungen aufgegliedert, nämlich in Steiger und Rotter, Spritzenmannschaft und Ordnungsmänner. Am 6. Februar 1873 fand die erste Generalversammlung statt. Bei dieser Gelegenheit wurden die vom Vorstand entworfenen Satzungen vorgelesen und von den Anwesenden genehmigt. Anschließend wurde die bei der Münchener Freiw. Feuerwehr übliche "Handgelöbnisformel" laut verlesen und darauf von den Anwesenden das Handgelöbnis durch den Vorstand abgenommen, und zwar von 50 Mitgliedern.

Es ist bekannt, dass die Gemeinde Obing im Jahre 1859 eine neue Feuerspritze kaufte und dafür 650 Gulden bezahlte. Diese Spritze wurde 1874 nach der Gründung der Freiw. Feuerwehr Obing-Albertaich an Albertaich abgegeben und die alte Druckspritze von Albertaich wurde nach Honau gebracht. Am 10. Oktober 1874 kaufte die Gemeinde Obing für 1146 Gulden eine neue Spritze und andere Ausrüstungsgegenstände. Wie aus der Chronik hervorgeht, waren die beiden Gemeinden Obing und Albertaich immer bestrebt, dass ihre Feuerwehr gut und zeitgemäß ausgerüstet war.

Im April 1879 beschloß die Vorstandschaft, für den östlichen Teil von Obing eine Wasserreserve anzulegen. Mit Einwilligung von Herrn Xaver Berger, Seebesitzer von Obing, erstand ein 218 m langer Graben vom Obinger See über das Moos bis zum Hofbauer zu Obing auf Kosten der F.F. Obing-Albertaich. Durch Spenden der Mitglieder der F.F. und der Bevölkerung konnten die Kosten von 73.07 Mark leicht finanziert werden.

Die Wahl am 7. Mai 1882 brachte eine neue Vereinsführung. 1. Vorstand: Karl Pachmayer; Hauptmann: Josef Zeller; Kassier und Schriftführer Seb. König; Zeugwart: Josef Häusler. 47 Mitglieder erhielten ihr 10 jähriges Dienstzeichen. Im Laufe der Jahre zeigte sich beim Verein eine ständige Aufwärtsentwicklung. Nach dem Ableben des Herrn Karl Pachmayer, Bierbrauer und Gutsbesitzer von Frabertsham, Vorstand der F.F. Obing-Albertaich, hat sich die Abteilung Albertaich von Obing getrennt und am 3. April 1888 eine eigene Wehr gegründet. Die Neuwahl am 22. April 1888 ergab folgende Vereinsführung: Vorstand: Seb. König; Hauptmann: Josef Zunhammer; Adjutant: Engelbert Oppacher; Kassier und Schriftführer; Josef Manzinger. Im Jahre 1888 wurde von der Gemeinde Obing, durch Beiträge der Bürger und anderer Wohltäter, vom Distrikt 200 Mark und vom Kreis 200 Mark eine neue Saug- und Druckspritze, sowie 20 m Schläuche zu dem Preis von 2 100 Mark von der Fa. Christian Braun, Nürnberg angekauft. Im Juni wurde diese Spritze der Freiw. Feuerwehr Obing zur Aufsicht und Benützung übergeben, mit der Bemerkung, dass mit derselben bei Brandfällen nur im Pfarrbezirk ausgerückt werden darf.

Im selben Jahre wurde auch eine neue Fahne angeschafft und zwar für 425 Mark von dem Stickwarenfabrikanten N. Werner aus München. Die Weihe fand am 2. September 1888 in Obing statt. Die Gesamtkosten der Feier beliefen sich auf 784 Mark. Durch die unentgeldliche Abtretung des Grundstückes von Simon Obermeier (Berndl) war es für die Gemeinde nicht mehr allzu schwer im oberen Teil des Dorfes eine Wasserreserve anzulegen. Diese wurde durch die Beihilfe der Obinger Hausbesitzer erstellt. Auch in den Ortschaften Großbergham, Honau, Rumersham und Stockham entstanden Wasserreserven.

1891 fand im Gasthof Obermeier in Obing die Bezirksversammlung der F.F. des Bezirkes Traunstein statt, was für die Obinger Wehr eine ganz besondere Ehre darstellte. Am Nachmittag wurde eine Großübung abgehalten, an der sich die Feuerwehren Obing, Albertaich, Seeon, Kienberg und Pittenhart beteiligten. Die Oberaufsicht hatte Herr Rat Jung aus München. Nach den zwei großen Bränden bei Mödler und Berndl, die den Ort in arge Gefahr brachten, ließ Vorstand König 6 Mann Wache aufstellen, wenn die Wehr nachts ausrücken mußte. Bei der Monatsversammlung der F.F. im Dezember 1895 beschlossen die Obinger Pferdebesitzer, dass sie bei Bränden außerhalb der Gemeinde, künftig pro Kilometer 1 Mark verlangen werden.

Am 15. Dezember 1897 waren es 25 Jahre, dass vonseiten der Obinger Bürger die Freiw. Feuerwehr Obing gegründet wurde. Leider hielt auch bei unserem Verein der Tod reiche Ernte und so konnten von den 36 Gründungsmitgliedern nur noch 17 das Ehrenzeichen für 25 Jahre Dienstleistung, das von Seiner Majestät König Ludwig II. gestiftet wurde, in Empfang nehmen. Die Festlichkeiten sollten im August 1898 stattfinden, doch wegen des Ablebens des langjährigen Vorstandes Seb. König, welcher so früh und unerwartet aus ihrer Mitte gerissen wurde, war die F.F. in tiefe Trauer versetzt. So fiel die Gründungsfeier für dasselbe Jahr gänzlich aus, wurde aber laut Beschluß der gesamten Mannschaft auf den 11. Juni 1899 festgesetzt. Am Vorabend des Festes bewegte sich ein Fackelzug durch das ganze Dorf. An der guten Gestaltung des Festes, das im Garten des Gründungslokales abgehalten wurde, hatte Herr Josef Römersberger großen Anteil. Maßgebliche Persönlichkeiten aus Nah und Fern ließen es sich nicht nehmen, zu dem Jubelfest der F.F. Obing, das bei herrlichem Wetter stattfand, zu erscheinen. Feuerwehrkommandant E. Oppacher führte den Festzug mit ca. 45 Vereinen durch das schön geschmückte Dorf zur Pfarrkirche, wo H.H. Dekan Gundermann die kirchliche Feier vornahm.

Als große Notwendigkeit sah der neue Vorstand B. Wurmannstätter die Anschaffung einer Schubleiter an. Da die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt in finanziellen Schwierigkeiten war, mußte der Verein die Kosten selbst übernehmen. Bei der Christbaumversteigerung blieb ein Reinerlös von 87 Mark übrig. Ein Zuschuß von 100 Mark kam vom Distrikt Trostberg, ein weiterer in Höhe von 150 Mark vom Kreisfond für Feuerlöschwesen und 123 Mark waren freiwillige Spenden. Auch die Kirchenverwaltung stiftete 100 Mark, insgesamt waren es also 560 Mark. Die Gesamtkosten der Leiter, die am 24. Oktober 1901 nach Obing kam, beliefen sich auf 761 Mark. Der Rest von 200 Mark wurde dann am 8. April 1902 von der Gemeinde Obing an die Lieferfirma überwiesen.

Am 1. August 1903 war die Gründung einer Feuerwehr-Abteilung mit dem Sitz in Honau, welcher sämtliche in den umliegenden Ortschaften wohnenden Feuerwehrmänner zugeteilt wurden. Diese Abteilung ist aber der Verwaltung und dem Kommando der F.F. Obing unterstellt. Die offizielle Gründungsversammlung war am 15. August 1903 im Gasthaus Honau. Dort wurde auch die Vorstandschaft gewählt: Kommandant, Nikolaus Oberlechner von Hainham, Kassier und Schriftführer, Franz Stöllner, Gastwirt von Honau. Außerdem waren noch 23 Mitglieder der F.F. Obing anwesend, die ihren Wohnsitz nördlich von Obing hatten.
Im Laufe der folgenden Jahre konnten die Wehren für die damaligen Zwecke immer auf den neuesten Stand gebracht werden, ein besonderer Verdienst ihrer Vorstandschaft.

Freiwillige Spenden ermöglichten es, dass eine Löschmaschine für 1410 Mark angeschafft werden konnte. Nach fast 22 jährigem, verdienstvollen Wirken des bisherigen Kommandanten E. Oppacher, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte, wurde am 22. Februar 1920 Herr Lorenz Reininger, Bauer von Pfaffing, zum neuen Kommandanten gewählt. Oppacher übernahm das Amt des stellvertretenden Vorstandes, auf Vorschlag von Vorstand Benno Wurmannstätter.
Schwer traf es die gesamte Mannschaft der F.F., als man am 15. August 1921 vom Tod des 1. Vorstandes Benno Wurmannstätter erfuhr. Der Verstorbene war von 1893 - 1898 Kommandant und von da ab volle 23 Jahre 1. Vorstand. Einige Jahre hatte er auch das Amt des Bezirksfeuerwehr-Vertreters für Traunstein-Land inne.

Am 18. September 1921 wurde Adjutant Josef Zunhammer von Roitham als Nachfolger Wurmannstätters einstimmig zum 1. Vorstand gewählt, und am gleichen Tage Alois Unterholzner sen. Moosmühle zum Adjutanten.

Pfingstmontag 1922 - ein historischer Tag für die F. F. Obing! Das 50 jährige Gründungsfest wurde mit großem Zeremoniell gefeiert. Zwei Gründungsmitgliedern war es noch vergönnt, dieses für sie so erfreuliches Fest mitzuerleben. Es waren dies Vorstand Josef Zunhammer und Herr Stephan Schultes von Obing. Viele Vereine aus Nah und Fern kamen nach Obing, um an diesem Fest teilzunehmen.

Die Feuerwehr Honau wurde am 1. Januar 1929 behördlich von Obing abgetrennt und gleichzeitig als selbstständige Feuerwehr anerkannt. Als wichtiger Tag geht der 10. April 1927 in die Annalen der F.F. ein. Die Gemeinde Obing kaufte eine neue, große Motorspritze von der Fa. Koebe, Berlin und machte damit einen sehr guten Griff. Bei einer Hauptübung übergab Bürgermeister R. Vodermeier von Pfaffing der F.F. Obing feierlich diese Spritze. Zeugwart Josef Zimmermann, Schlossermeister von Obing, war die treibende Kraft für die Anschaffung dieser Spritze, unterstützt von Vorstand Zunhammer und Kommandant Reininger.

Aber auch Leid, traf immer wieder den Verein und so musste man am 30. Mai 1930 Abschied nehmen von einem Kameraden, der 57 Jahre dem Verein die Treue hielt. Herr Josef Zunhammer war während dieser langen Mitgliedschaft 17 Jahre Adjutant und die letzten 8 Jahre Vorstand. Als neuer Vorstand wurde im darauffolgenden Monat Stephan Matter, Bauer von Haiming gewählt.

Bei der Generalversammlung im Januar 1936 teilte Kommandant Reininger mit, dass die Feuerwehr Honau als solche wieder aufgelöst und mit der Feuerwehr Obing wieder vereinigt werde. Am 10. März 1937 wurden die wehrfähigen Männer der F.F. zu einer Hauptversammlung einberufen, zu der auch führende Persönlichkeiten der Feuerwehr erschienen. Thema war die Umbenennung der F.F. auf Feuerschutzpolizei. Außerdem wurde die Vorstandschaft aufgelöst und die Führung der Gemeinde überlassen. Die neue Wehr stellte sich zusammen aus 1. Bürgermeister; Hauptbrandmeister L. Reininger in Pfaffing, 1 Oberbrandmeister J. Winkler in Schlaipfering, 2 Brandmeister A. Unterholzner sen. und Nr. Oberlechner, 1 Reserve-Brandmeister, 7 Löschmeister, 3 Reserve-Löschmeister, 13 Oberfeuerwehrmänner, 6 Reserve-Oberfeuerwehrmänner, 39 Feuerwehrmänner und 18 Reserve-Feuerwehrmänner. Die Versammlung wurde mit einem dreifachen "Sieg Heil" geschlossen.

Bei Kriegsausbruch wurde auch die Obinger Wehr nicht verschont und zahlreiche Feuerwehrmänner wurden zu den Fahnen gerufen. Ein neuer Beschluss kam von oberster Stelle, dass an Sonn- und Feiertagen eine Feuerwehr-Gruppe, bestehend aus einem Führer und 8 Mann, von 8 - 20 Uhr dienstbereit sein musste. Da Obing zur Stützpunkt-Feuerwehr ernannt wurde, musste sie auch zu zahlreichen Bränden weit außerhalb der Gemeinde fahren. Einige Einsätze davon waren auch in München, wobei sich unsere Wehr sehr gut bewährte und die drei Haupttruppführer Reininger, Kranzmaier und Stadler B. mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet wurden.
Da nach dem Krieg kein Verein mehr bestehen durfte, so auch natürlich die Feuerwehr, wurden von jeder Ortschaft zwei Mann bestimmt, die bei etwaigen Bränden als Kommandanten fungierten. Am 12. Juni 1945 musste die Feuerwehr zum Brand beim Stöger, Eder hinterm Holz, ausrücken, wo auch die Amerikaner als Besatzungstruppe sich bei den Löscharbeiten eifrig beteiligten. Durch die Erkrankung von Reininger wurde bei einer Versammlung im Mai 1946 Alois Unterholzner sen. zum Kommandanten und Franz Westner zum Adjutanten gewählt. Die Wehr bestand jetzt wieder aus ca. 25 Mann. Im Oktober 1946 musste Lorenz Reininger von seinen Kameraden zu Grabe getragen werden, denen er 25 Jahre ein vorbildlicher Kommandant war und während seiner Amtszeit jeden Einsatz leitete.

80 Jahre Vereinsgeschichte waren vergangen und mit Stolz konnte man zurückblicken, als am 13. Juli 1952 das Gründungsfest gefeiert wurde. In drei Zügen mit je einer Musikkapelle zogen die Vereine durch den festlich geschmückten Ort. Und wieder hat die Vereinsführung, an ihrer Spitze nunmehr L. Reiterberger, gezeigt, dass sie es versteht solche Feste reibungslos abzuwickeln. Neun Jahre später hielt die Freiw. Feuerwehr Obing, Abteilung Honau, ihre Fahnenweihe ab. Neben den Ortsvereinen war auch die Wehr aus Kienberg zu dieser Feier erschienen, die im kleinen Rahmen abgehalten wurde.

Trotz der hohen Auslagen, welche die Gemeinde hatte, konnte mit Zuschüssen im Oktober 1962 eine neue Motorspritze für DM 33.000,-- von der Fa. Daimler-Benz gekauft werden, um die Wehr wieder zu modernisieren. Zur Generalversammlung am 12. Dezember 1964, waren 75 Mitglieder erschienen. Vorstand Reiterberger eröffnete die Versammlung und begrüßte Bürgermeister Mayer und Ehrenkommandant Unterholzner sen.

Nachdem verschiedene Punkte durchbesprochen waren, kam für alle völlig überraschend, der Rücktritt von Kommandanten Unterholzner jun. aus gesundheitlichen Gründen, Dieser Entschluss von Unterholzner, der 10 Jahre das Amt des Kommandanten inne hatte, durch seine Erfahrung und das gute Einvernehmen mit der Gemeinde überall geachtet war, wurde allgemein bedauert. Bei den darauffolgenden Neuwahlen wurde Peter Plank zum neuen Kommandanten gewählt.

Kaum zu glauben war es, als am 18. Juni 1965 die Kunde durch den Ort ging, dass Alois Unterholzner jun. an einem Herzinfarkt gestorben ist. Besonders schwer hat es den Verein deshalb getroffen, weil ihm der Verstorbene 30 Jahre lang in selbstloser Weise immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Er war 10 Jahre Kommandant und wurde 1962 zum Kreisbrandmeister ernannt. Zwei Jahre später verstarb der Vater von Unterholzner, der sich, ebenfalls wie sein Sohn, mit ganzer Kraft für den Verein einsetzte. Er wurde in früheren Jahren deshalb mit dem Ehrenkreuz für 50 jährige Dienstzeit ausgezeichnet. Mit Stolz konnte Herr Alois Unterholzner sen. auf seine Dienstzeit zurückblicken. 26 Jahre war er Adjutant, 8 Jahre Kommandant der F.F. Obing. Gleichzeitig war er von 1953 - 1962 Kreisbrandmeister.

Am 14. Dezember 1968 legte Ludwig Reiterberger aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als 1. Vorstand nieder. Ebenso wie Alfons Auer und Franz Westner wurde L. Reiterberger im April 1968 das Ehrenkreuz der F.F. für treue Dienste verliehen. Reiterberger war außerdem 10 Jahre 1. Vorstand und führte den Verein in mustergültiger Weise. Sein Rücktritt wurde sehr bedauert.

Bei den folgenden Neuwahlen wurden für die kommenden 5 Jahre folgende Vorstandschaft gewählt: 1. Vorstand Lorenz Reininger, 2. Vorstand Anton Kranzmaier, Kassier Paul Künzner, Schriftführer Franz Westner, Kommandant Peter Plank, Stellvertreter Georg Löw. Ludwig Reiterberger wurde zum Ehrenvorstand ernannt.

Bei der Generalversammlung im November 1970 standen drei wichtige Punkte auf dem Programm. 1. Die Hundert-Jahrfeier des Vereins, 2. Anschaffung eines Tanklöschzuges und 3. Neubau eines Feuerwehr Gerätehauses. Mit diesen 3 Punkten kam sehr viel Arbeit auf die Vorstandschaft zu.

In der Zeit vom 23.06.72 - 25.06.72 wurde das hundertjährige Bestehen des Vereins gefeiert. 1. Bürgermeister Josef Wurmannstätter zapfte im Festzelt am Freitagabend das 1. Faß an. Anschließend fand ein bunter Abend mit den Salzachtaler Musikanten statt. Am Samstag um 19.00 Uhr gedachte man den gefallenen Kameraden am Kriegerdenkmal. Die Ehrung langjähriger aktiver und passiver Vereinsmitglieder fand im Anschluss daran im Bierzelt statt. Nach der Ehrung und dem offiziellem Teil des Festabends sorgte die Blaskapelle Jakob Maier und das Jodler-Duo Helga und Eddy für einen vergnüglichen Abend.

In der Nacht zum Sonntag musste die Feuerwehr zu einem Brand beim Voit in Liedering ausrücken. Zum Weckruf waren die Aktiven aber schon wieder daheim.
Am Sonntag gaben 56 Vereine dem Jubilarverein die Ehre. Nach dem Festgottesdienst, der auf dem Sportplatz abgehalten wurde, weihte Herr Pfarrer Tremmel das neue TLF 16. Anschließend wurde das Fahrzeug der Feuerwehr übergeben. Um 11.30 Uhr zogen die Vereine durch den Ort zum Bierzelt und den zugewiesenen Gaststätten.

Das neue Feuerwehrhaus wurde am 08.10.72 offiziell eingeweiht. Im Anschluss an die kirchliche Weihe wurde für die Bevölkerung ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Hiervon machten viele Besucher Gebrauch.

Bei der Generalversammlung am 30.11.73 mussten wieder Neuwahlen durchgeführt werden. Als 2. Kommandant wurde Josef Kronast gewählt. Ansonsten gab es keine Veränderung.

Bei der Hundert-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Albertaich am 03.09.73 und der Freiwilligen Feuerwehr Pittenhart am 06.07.75 nahm die Obinger Wehr als Patenverein teil.

Die Tagesordnung der Generalversammlung vom 24.11.78 sah äußerst prisante Themen vor. Die Feuerwehr Honau wurde schon vor ca. 50 Jahren in die Obinger Wehr eingegliedert; die Vereinsgeschäfte wurden aber von den Honauern noch selber wahrgenommen. Heute sollte es sich entscheiden, ob die Honauer Abteilung vollkommen aufgelöst wird. Nach einer hitzigen Aussprache stimmten die Honauer Mitglieder mit 15 : 3 für eine vollständige Eingliederung in die Obinger Feuerwehr.
Nachdem dieser Tagesordnungspunkt gelöst werden konnte, stand noch die gesamte Neuwahl der Vorstandschaft und der Kommandanten auf dem Programm. Nachdem sämtliche Vorstandsmitglieder und die Kommandanten zurückgetreten sind und für die Ämter nicht mehr kandidieren wollten, musste eine neue Vereinsführung
gefunden werden. Bei den Wahlen wurde für die kommenden 5 Jahre folgende Vorstandschaft gewählt: 1. Vorstand Peter Plank, 2. Vorstand Nikolaus Oberlechner, Schriftführer Georg Löw, Kassier Hans Oberlechner, 1. Kommandant Josef Kronast, Stellvertreter Nikolaus Klaus. Der Rücktritt der alten Vorstandschaft wurde recht bedauert. Lorenz Reininger stand 10 Jahre dem Verein vor, Anton Kranzmaier war 15 Jahre 2. Vorstand, Kassier Paul Künzner verwaltete seit 31 Jahren das Vermögen des Vereins, Franz Westner kümmerte sich seit 15 Jahren als Schriftführer um den Verein und Peter Flank war 14 Jahre Kommandant. Eine altgediente Vorstandschaft trat somit ab.

Am 25.11.83 wurde eine neue Vorstandschaft bestimmt: 1. Vorstand Josef Mang, 2. Vorstand Georg Zierer, Schriftführer Ludwig Mörner, Kassier Hans Oberlechner. Die Kommandanten Josef Kronast und Nikolaus Klaus wurden wieder gewählt.

Diese Vorstandschaft hatte gleich zu Beginn ihrer Amtszeit ein größeres Fest zu organisieren. Am 26.05.84 wurde das neue Löschfahrzeug LF 8 durch Herrn Pfarrer Tremmel geweiht. Anschließend fand vorm Feuerwehrhaus ein Grillfest statt zu dem sehr viele Gäste erschienen sind.

Im Januar 1987 legte die Führung der Aktiven wegen andauernden Differenzen mit dem Bürgermeister die Ämter nieder. In der Dienstversammlung vom 24.03.1987 konnte Kommandant Kronast doch wieder bewogen werden, das Amt weiterzuführen. Nikolaus Klaus war nicht mehr zu bewegen sich für die Wahl des 2. Kommandanten zur Wahl zu stellen. Zum 2. Kommandanten wurde deshalb Christian Schnebinger gewählt. Bei dieser Dienstversammlung wurde Josef Kronast unter großem Beifall der Anwesenden von Kreisbrandrat Deininger zum Kreisbrandmeister ernannt.

Nachdem Josef Kronast das Kommandantenamt nur vorübergehend bis zur nächsten Generalversammlung weiterführte, musste am 27.11.1987 ein neuer Kommandant gewählt werden. Christian Schnebinger war bereit dieses Amt zu übernehmen. Er wurde einstimmig gewählt. Zum Kommandanten-Stellvertreter wurde Heinz Gimpl ernannt.

Die FF Obing hat in den letzten Jahren zu durchschnittlich 70 - 100 Einsätzen im Jahr ausrücken müssen. Hauptaufgabe der Feuerwehr ist heute nicht mehr das Löschen der Brände, sondern der Einsatz bei technischen Hilfeleistungen.

Der Obinger Feuerwehr gehören derzeit 70 aktive und 243 passive Mitglieder an.

Die Namen all der Personen, die sich seit bestehen für die F. F. Obing eingesetzt und sie gefördert haben, hier in dieser Chronik einzeln aufzuführen, würde zu weit führen. Ihnen sei an dieser Stelle herzlichen Dank gesagt, denn nur mit Kameradschaft und Hilfsbereitschaft kann man einen Verein durch gute und schlechte Zeiten bringen.